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Drachen im Terrarium

Abronia sind faszinierende, aber leider auch heikle Terrarientiere.
Die klimatischen Bedingungen, unter denen diese Reptilien leben, zu imitieren, erfordert einigen Aufwand. Wer es aber schafft, wird mit leuchtenden Farben und interessanten Verhaltensweisen der oft sehr zutraulichen Minidrachen belohnt.

Haltung und Zucht der Mini-Drachen aus dem Nebelwald

Da uns eine große Anzahl an Anfragen zur Haltung von Abronia erreicht, möchten wir im Folgenden erste grundlegende Informationen zu den Haltungsbedingungen dieser faszinierenden Echsen bereitstellen.

Im Sommer 2023 haben wir von der mexikanischen Naturschutzbehörde Semarnat die Erlaubnis erhalten, auf einem Grundstück in Guerrero/Mexiko eine Nachzucht- und Forschungsstation für Reptilien und Amphibien einrichten zu dürfen. Ein Fokus liegt hier auf der Arbeit mit Abronia-Echsen.

Uns ist bewusst, dass ein kurzer Text den komplexen Ansprüchen dieser Tiere nicht  gerecht werden kann. Trotzdem skizzieren wir hier erste grundlegende Voraussetzungen für die Haltung – in der Hoffnung, künftig gemeinsam mit anderen Halterinnen und Haltern weiterführende und vertiefende Beiträge veröffentlichen zu können.

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Allgemeine Grundlagen

​Geeignete Temperaturbereiche:

Die folgenden Empfehlungen gelten generell für alle derzeit erhältlichen Abronia-Arten. Bei den angegebenen Temperaturen handelt es sich um Durchschnittswerte, mit denen alle diese Arten gut zurechtkommen.

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Herkunft und Lebensraum:

Abronia sind in den Bergwäldern Mittelamerikas, insbesondere Mexikos und Guatemalas zuhause. Diese Regionen sind geprägt durch:

  • starke Tag-Nacht-Temperaturunterschiede

  • häufige Wetterwechsel

  • im Sommer längere Nebel- und Wolkenphasen, mit nur kurzen Sonnenfenstern am Morgen

Diese natürlichen Gegebenheiten sollten möglichst gut in der Haltung imitiert werden.

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Haltungsformate & Klimasimulation

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Geeignete Terrarienformen:​

Für die Haltung von Abronia empfehlen wir:

  • Gazeterrarien (komplett aus feinmaschigem Gazegewebe)

  • Hybridterrarien (Kombination aus festen Wänden und Belüftungsgaze)

Diese bieten eine gute Luftzirkulation und ermöglichen eine naturnahe Klimaführung.

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Temperaturanforderungen:

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Frühlingstemperaturen

  • Tagsüber: ca. 26 °C

  • Nachts: ca. 15 °C

  • Wärmeinseln bis 30 °C : durch Sonnenplätze oder Wärmelampen (für 6 Stunden täglich)

  • Hinweis: In der Natur kann es in vielen Abronia Habitaten in der Trockenzeit (Frühling) sehr heiss werden, mit Temperaturen weit über 30 grad. Diese extreme ahmen wir natürlich im Terrarium nicht nach.​

 

Sommertemperaturen

  • Tagsüber: ca. 24 °C

  • Nachts: ca. 15 °C

  • Wärmeinseln: durch Sonnenplätze oder Wärmelampen (für 2 Stunden täglich)

Tipp: Gerade bei der Außenhaltung sind Temperaturschwankungen und kühlere Phasen ausdrücklich erwünscht – sie fördern das Wohlbefinden der Tiere.

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Wintertemperaturen (Ruhephase, 3 Monate)​

  • Tagsüber: ca. 18 °C

  • Nachts: ca. 8 °C

  • Hinweis: In der Natur kann es in vielen Abronia Habitaten im Winter zu Nachtfrost kommen. Diese extreme ahmen wir natürlich im Terrarium nicht nach.

Tipp: Auch im Winter sollte ein lokaler Wärmespot vorhanden sein, unter dem sich die Tiere aufwärmen können.

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Imitation der Jahreszeiten – Vorraussetzung für eine artgerechte Haltung

Unabhängig von Innen- oder Außenhaltung muss der natürliche Jahresverlauf simuliert werden:

  • Trockenzeit (Frühjahr)

  • Regenzeit (Sommer)

  • Kühle Winterphase

Das sichert das Wohlbefinden sowie die langfristige Gesundheit der Tiere und ist Vorraussetzung für eine erfolgreiche Zucht.

Abronia lythrochila

Haltung

Aussenhaltung – unsere Empfehlung

Solange es die Temperaturen zulassen, empfehlen wir die Haltung im Freien – z. B. auf Terrasse, Balkon oder im Garten.

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Vorteile:

  • Natürliche Temperaturverläufe

  • Frischluft & echtes Sonnenlicht

  • Günstigere Feuchtezyklen als im Innenraum

 

Jahreszeiten nachahmen im Freilandterrarium

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1. Trockenzeit imitieren (April–Mai)

  • Wärmelampen: für 4–5 Stunden täglich, bis ca. 28 °C

  • Besprühen: 2–3 Mal pro Woche ausreichend

  • Nachttemperaturen: weiterhin kühl

 

2. Regenzeit imitieren (Sommer)

  • Mehrmals tägliches Wässern, z. B. mit Rasensprenger

  • Kaltwasser ist unproblematisch, Regen in den Bergen von  Mexiko ist ebenfalls sehr kalt und oft mit Hagel versetzt

  • Alternativen:

    • Regensysteme

    • Gartensprenger mit Zeitschaltuhr

Wichtig: Das Freilandterrarium sollte im Sommer überwiegend im Schatten stehen – analog zur natürlichen Bewölkung der Bergwälder (ideal ist ein direkter Sonneneinfall in den Morgenstunden). 

Wetterextreme im Sommer

Auch längere feucht-kühle Sommerperioden sind kein Problem – Wärmelampen müssen in dieser Zeit nicht eingeschaltet werden. Kaltwetterphasen kommen den Tieren sogar zugute. Allerdings sollte man die Tiere bei Hitzewellen, bei denen die Temperaturen über 30 Grad im Terrarium steigen, ins Haus holen.

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3. Winterruhe umsetzen (2–3 Monate)

  • Tagsüber: ca. 18 °C

  • Nachts: ca. 8 °C

  • Abronia benötigen diese kühle Phase zur Regeneration

  • Möglich im Kellerraum, Garage etc.

  • Auch im Winter muss ein lokaler Wärmespot für 3 Stunden täglich angeboten werden; wichtig darauf achten, dass sich nicht das ganze Terrarium erwärmt.

 

Haltung im Zimmerterrarium

Auch bei Innenhaltung gilt:

  • Trocken- und Regenzeit simulieren

  • Kaltwasser für Regenphase verwenden

  • Winterruhe einhalten

Empfohlen werden:

  • Regensysteme zur automatischen Bewässerung

  • Schattige Tagesbereiche

  • Wärmelampen nur stundenweise im Sommer einschalten (wie in der Natur)

 

Nicht geeignet für die Haltung:

  • Dauerhafte Wohnungshaltung mit konstant hohen Temperaturen

  • Terrarienräume in denen wärmeliebenden Arten

Abronia graminea schabe
Temperatur im Terrarium
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Die nebelverhangenen Bergwälder Mexikos und Guatemalas sind die Heimat der Abronia – hier leben sie hoch oben in den Baumkronen, zwischen Bromelien und anderen Epiphyten. Diese fantastische Welt liefert die Vorlage für eine naturnahe und artgerechte Terrariengestaltung

Einrichtung des Terrariums

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Verstecke:

  • Trockenes Versteck: z. B. schmale Holzkiste mit kleinem Eingang

  • Feuchtes Versteck (Wetbox): zur Unterstützung der Häutung

  • Beide sollten im oberen Bereich angebracht sein, regen- und spritzwassergeschützt

Kletterstruktur:

  • Äste: Eichen- oder andere harzfreie Äste mit grober Rinde (senkrecht, diagonal & waagrecht eingebracht)

  • Bepflanzung:

    • Tillandsien, besonders Spanisches Moos – so dicht, dass sich Abronia darin vollständig verbergen können

    • Weiterhin: Farne, Moose, Bromelien, Orchideen

Mit passender Einrichtung lässt sich ein beeindruckendes Fenster in die verwunschenen Nebelwälder Mittelamerikas gestalten.

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abronia graminea nachzucht
Verantwortungsvolle Terraristik verzichtet auf Wildfänge!

Wer sich für die Haltung einer Abronia entscheidet, sollte bei der Anschaffung unbedingt darauf achten, dass es sich um Nachzuchten handelt – nicht um Tiere, die der Natur entnommen wurden. Wir arbeiten daran, hier bald eine Liste verantwortungsvoller Züchter bereitzustellen.

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